Nicht jede gute Idee hat einen einzigen Ursprung. Manchmal wächst sie aus mehreren Projekterfahrungen zusammen, die zur richtigen Zeit aufeinandertreffen. Genau das ist im Landkreis Lörrach passiert: Aus unterschiedlichen Strängen – einem Primärversorgungsprojekt, einem in die Jahre gekommenen Sozialatlas, neuen Angeboten zur seelischen Gesundheit und den Frühen Hilfen sowie den Erfahrungen aus dem Modellvorhaben Smarte.Land.Regionen – ist mit GesundSozial.digital ein digitaler Gesundheits- und Sozialkompass entstanden, der Menschen in der Region Orientierung gibt, Angebote sichtbar macht und den Zugang erleichtert. Die Plattform wird seither kontinuierlich weiterentwickelt und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – ein weiterer Preis folgte im Mai 2026. Für uns ist die Geschichte von GesundSozial.digital vor allem ein Beispiel dafür, wie aus mehreren Projekterfahrungen, wenn sie smart zusammengeführt werden, etwas Eigenständiges und Tragfähiges entstehen kann.
Baustein 1: Smarte.Land.Regionen als Erfahrungsraum
Das Bundesmodellvorhaben Smarte.Land.Regionen unterstützt Landkreise dabei, digitale Lösungen für zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge zu entwickeln und zu erproben – etwa in den Themenfeldern Gesundheit, Mobilität, Bildung sowie Gemeinschaft & Ehrenamt. Entscheidend ist dabei der Praxisfokus: Anwendungen sollen nicht nur konzipiert, sondern gemeinsam mit den Akteuren vor Ort in die Umsetzung gebracht werden.
Im Rahmen von Smarte.Land.Regionen durften wir den Landkreis Lörrach bei einem Modellprojekt im Themenfeld Gesundheit begleiten. Dabei ging es weniger um eine fertige Lösung als um einen Erfahrungsraum: Der Landkreis konnte hier – wie es dort gerne beschrieben wird – „Digitalisierungsreallabor“ spielen und wichtige Erfahrungen mit digitalen Plattformen, agilen Arbeitsweisen und der Zusammenarbeit mit externen Partnern sammeln. Genauso deutlich wurden aber auch die Grenzen dieses Rahmens: Für ein tragfähiges, dauerhaft nutzbares Angebot brauchte es mehr, als das Modellprojekt allein leisten konnte.
Baustein 2: Die fachliche Basis – das Primärversorgungsprojekt „Gesund im Landkreis Lörrach – zukunftsfest versorgt“
Die eigentliche fachliche Grundlage für das, was später zu GesundSozial.digital werden sollte, entstand an anderer Stelle: im Primärversorgungsprojekt „Gesund im Landkreis Lörrach – zukunftsfest versorgt“. Hier zeigte sich sehr deutlich, dass der Landkreis eine zentrale, verlässliche Anlaufstelle für Gesundheitsinformationen und regionale Angebote braucht – als Orientierung für Bürgerinnen und Bürger und als Arbeitsgrundlage für Fachkräfte.
Hinzu kamen weitere Bedarfe, die zur gleichen Zeit sichtbar wurden: ein veralteter Sozialatlas, der dringend erneuert werden musste, sowie neue Angebote im Bereich der seelischen Gesundheit und der Frühen Hilfen, die ebenfalls eine digitale Anbindung brauchten.
Wie daraus GesundSozial.digital wurde
Als Mitte 2024 klar wurde, dass die im Rahmen von Smarte.Land.Regionen entwickelte Lösung weitere Funktionen benötigt, um die Bedarfe des Landkreises abbilden zu können, entschied sich der Landkreis Lörrach, den weiteren Weg eigenständig zu gehen. Die Idee für GesundSozial.digital ist deshalb weniger aus einer einzelnen Förderung heraus entstanden als aus dem Zusammenwachsen mehrerer Stränge: den Erkenntnissen aus dem Primärversorgungsprojekt, dem Bedarf nach einem aktuellen Sozialatlas, den neuen Angeboten zur seelischen Gesundheit und den Frühen Hilfen – und den Erfahrungen und Kontakten aus Smarte.Land.Regionen.
Aus diesem Zusammenspiel hat der Landkreis Lörrach GesundSozial.digital als eigenständiges Vorhaben konzipiert und aufgebaut: einen digitalen Gesundheits- und Sozialkompass, der regionale Angebote bündelt und den Zugang erleichtert. Hier geht es zur Plattform: https://www.gesundsozial.digital/
Weiterentwicklung und Auszeichnungen
Nach der ersten Umsetzung wurde die Plattform über mehrere Monate weiterentwickelt: Inhalte wurden ausgebaut, die Nutzerführung geschärft und zusätzliche Funktionen ergänzt, um die Orientierung im „Gesundheitsdschungel“ spürbar zu verbessern.
Ein wichtiger Meilenstein ist die technische Verknüpfung von wissenschaftlich geprüften Gesundheitsinformationen mit passenden regionalen Angeboten. Damit finden Nutzerinnen und Nutzer nicht nur verlässliche Informationen zu Krankheitsbildern, Behandlung und Prävention, sondern können direkt im gleichen Kontext passende Anlaufstellen und Unterstützung in der Region entdecken – ein Ansatz, der sowohl Bürgerinnen und Bürgern als auch Beratungs- und Versorgungsakteuren im Alltag hilft.
Dass der Ansatz wirkt, zeigt auch die externe Resonanz: Die Plattform wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – ein weiterer Preis folgte im Mai 2026.
Was wir beigetragen haben – unsere Rolle im Rahmen von Smarte.Land.Regionen
Innerhalb des Modellprojekts von Smarte.Land.Regionen haben wir den Landkreis Lörrach dabei unterstützt, Ziele und Vorgehen zu schärfen, Anforderungen aus der Praxis in umsetzbare Schritte zu übersetzen und die Zusammenarbeit zwischen Beteiligten zu organisieren. Dazu gehörten die Projekt- und Prozessbegleitung mit realistischen Roadmaps, die Priorisierung entlang einer MVP-Logik sowie Moderation und Feedbackschleifen mit Fachbereichen und Partnern.
Warum dieses Beispiel zeigt, wie aus Projekterfahrungen Tragfähiges entstehen kann
Die Entstehung von GesundSozial.digital macht deutlich: Wirksame digitale Angebote entstehen selten aus einer einzigen Förderung heraus. Sie entstehen, wenn Erfahrungen aus verschiedenen Projekten, Bedarfe aus der Praxis und der Wille zur eigenständigen Weiterentwicklung zusammengeführt werden. Für uns ist das ein gutes Beispiel dafür, wie wertvoll Erfahrungsräume wie Smarte.Land.Regionen sein können – auch dann, wenn die daraus entstehenden Lösungen am Ende einen eigenen Weg gehen.
Interesse an einem Projekt, das bleibt?
Sie planen ein Digitalprojekt in Ihrer Region – und möchten sicherstellen, dass am Ende nicht nur ein Pilot entsteht, sondern ein Angebot, das bleibt? Wir unterstützen Sie von der ersten Zielklärung über die Umsetzung bis zur Verstetigung und Weiterentwicklung. Gern sprechen wir darüber, welche Projektarchitektur, Beteiligungsformate und Verstetigungsbausteine zu Ihrer Ausgangslage passen.